Erdgasfahrzeug

Aus Nachhaltige Gesellschaft
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CNG ist schwerer entflammbar als Diesel, Benzin oder LPG
Quelle: Opel-Blog.com, Dietmar Thate, 31.5.2012[1]


Ein Erdgasfahrzeug, auch Erdgasauto, Natural gas vehicle (NGV),CNG vehicle oder Gaz naturel pour véhicules (GNV) genannt, ist ein Fahrzeug, das mit Erdgas als Kraftstoff betrieben wird und mit einem Verbrennungsmotor als Antriebsaggregat ausgestattet ist. Der Motor entspricht einem herkömmlichen Ottomotor. Anstatt eines Benzin-Luft-Gemisches wird ein aufbereitetes Erdgas-Luft-Gemisch in den Zylindern verbrannt, die Fahrzeuge verfügen somit über eine alternative Antriebstechnik.[2]

Da Erdgas bei atmosphärischem Normaldruck im Vergleich zu z. B. Dieselkraftstoff eine sehr geringe Energiedichte besitzt – mit 0,036 MJ/Liter einen niedrigeren volumetrischen Heizwert als Diesel mit 34,7 MJ/Liter –, wird das Erdgas auf etwa 200 bar verdichtet (CNG = Compressed Natural Gas), um eine ausreichende Energiemenge in einem vertretbaren Volumen im Fahrzeug mitführen zu können. Das Erdgas aus dem bereits bestehenden Erdgasnetz als heute wichtigster Energieträger im Haushaltsbereich wird in den Tankstellen komprimiert und steht somit auch dem Autoverkehr zur Verfügung.[2]

Aufgrund der Umweltvorteile für Erdgas gibt es in Deutschland bis 31. Dezember 2018 eine Steuerbegünstigung bei der Mineralölbesteuerung von Kraftstoffen, und auch die Europäische Kommission will den Anteil von Erdgasfahrzeugen am europäischen Kraftfahrzeugbestand unterstützen, so dass bis 2020 rund 10 % aller Fahrzeuge mit Erdgas fahren könnten. Erdgasfahrzeuge sind nicht zu verwechseln mit den Autogasfahrzeugen, die mit Flüssiggas (LPG = Liquified Petroleum Gas) betrieben werden.[2]

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung der Erdgasfahrzeuge

Deutschland

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Ein Erdgasbus Mercedes-Benz O 405 N CNG in Mannheim (Serie
ab 1994), im Einsatz auch in Basel und als "O 405 NH" in Australien[2]


3-Wege-Kat und Lambda-Regelung: der Erdgasbus O 405 N 2 geht 1994 in Serie
1994 gehen die ersten Mercedes-Benz Omnibusse mit Erdgasantrieb in Serie. Es handelt sich um Niederflur-Solobusse des Typs O 405 N 2, denen alsbald Gelenkbusse, Überlandbusse und schließlich auch Standardbusse folgen. Die Motoren M 447 hG basieren auf den entsprechenden Sechszylinder-Dieselaggregaten, die mit Zündung, 3-Wege-Katalysator und Lambda-Regelung ausgestattet sind und die Euro-2-Abgaswerte um mehr als die Hälfte unterbieten. Größere Aufträge platzieren Hannover und Mannheim, Greiz und Mühlhausen in Thüringen. Insgesamt 216 Einheiten entstehen im Mannheimer Werk, mehr als die Hälfte davon gelangen in Deutschland zum Einsatz. Dazu kommen noch 351 Low-Entry-Fahrgestelle des Typs O 405 NH für Australien.[3]

In Deutschland kamen 1994 die ersten Erdgas-PKW-Serienfahrzeuge auf den Markt
Einige der ersten Hersteller waren BMW, Ford und Volvo. Ab 1996 folgten weitere Automobilhersteller, darunter Citroën, Fiat, Mercedes-Benz, Opel, Peugeot und VW. 1997 präsentierte auch Honda mit dem Civic GX NGV ein Fahrzeug mit Erdgasantrieb.
[2]

Im Jahr 1993 starteten die Firmen Ruhrgas, Stadtwerke Mainz, MAN sowie LMF ein Pilotprojekt zur Nutzung von Erdgas im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Hierbei wurde die erste Erdgastankstelle in Deutschland errichtet und wurden zum ersten Mal Stadtverkehrsomnibusse im Flottenbetrieb mit Erdgas angetrieben. Diese Busse wurden zuerst bei der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) (SVF) eingesetzt. Die SVF besitzt zzt. 11 Standardbusse und 11 Gelenkbusse.[4][2] Mittlerweile gibt es zahlreiche lokale Verkehrsunternehmen im ÖPNV, die ihre Omnibusse mit Erdgas betreiben, daneben verstärkt auch Taxi-Unternehmen und große Flottenbetreiber wie die Deutsche Telekom mit DeTeFleetServices, der Autovermieter Avis, der Automobilclub und Pannendienst ADAC, das Logistikunternehmen TNT, das Logistikunternehmen trans-o-flex (2006: 115 Fahrzeuge), das Einrichtungshaus IKEA und soziale Dienstleister wie DRK, Malteser Hilfsdienst oder Diakoniestationen. Neben Erdgas ist auch – mit passender Fahrzeugausrüstung – Flüssigerdgas als Kraftstoff in Anwendung.[2]

Die Anzahl der Erdgasautos in Deutschland betrug am 1. Januar 2011 nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes 71.519 Fahrzeuge (+4,4 % gegenüber 1. Januar 2010) bei 900 CNG-Tankstellen (Gibgas.de, Pressemitteilung vom 16. Dezember 2011).

Österreich

Im April 2017 gibt es 172 öffentliche Erdgastankstellen in Österreich:
Die erste öffentliche Erdgastankstelle in Österreich wurde 1997 von der OMV AG in Graz in Betrieb genommen. In Margarethen/Moos (Niederösterreich, Bezirk Bruck/Leitha) wurde am 28. August 2008 die erste reine Biogastankstelle Österreichs offiziell eröffnet. Dort kann auf Erdgasqualität aufgereinigtes Biogas (min. 95 % CH4) aus lokaler Produktion getankt werden. Diese Tankstelle ist seit Ende 2011 öffentlich (Selbstbedienung mit Bankomat-Karte; davor benötigte man einen Chip, um die Zapfsäule freizuschalten).[5] Mit Jahresbeginn 2010 waren bereits rund 5300 NGVs (Natural Gas Vehicles) auf Österreichs Straßen zugelassen (874 Neuzulassungen im Jahr 2009).[6] Das Kraftstoffangebot wird durch derzeit 172 öffentliche Erdgastankstellen (Stand: September 2016) gewährleistet.[7] In Wien gibt es 17 öffentliche Erdgastankstellen (Stand: 30. April 2017).[8]

Im Jahr 2015 wurden 700 Personenkraftfahrzeuge (0,23%) mit Erdgasantrieb neu zugelassen:
Die Anzahl der neuzugelassenen Personenkraftfahrzeuge mit Erdgasantrieb in Österreich stieg von 262 PKW im Jahr 2011 auf 274 PKW im Jahr 2012 um 4,6 %, während die Anzahl aller neuzugelassenen Personenkraftfahrzeuge in Österreich von 356.145 PKW im Jahr 2011 auf 336.010 PKW im Jahr 2012 um 5,7 % zurückging.[9] Der Anteil der PKW mit Erdgasantrieb bei den Neuzulassungen lag damit 2012 bei 0,08 % aller neuzugelassenen PKW. Im Jahr 2015 wurden 167 Erdgasfahrzeuge und 533 Fahrzeuge für kombinierten Benzin- und Erdgasbetrieb neu zugelassen. Der Anteil der PKW mit Erdgasantrieb bei den Neuzulassungen stieg damit von 2012 bis Ende 2015 von 0,08 % auf 0,23 % aller neuzugelassenen 308.184 PKW.[10]

Mehrere Förderungen von Erdgasfahrzeugen sind Ende 2016 ausgelaufen:
Die Förderung alternativer, umweltfreundlicher Antriebsmotoren, wie Hybridmotoren, Erdgas- und Biogasmotoren, Flüssiggasmotoren, die unter Verwendung von Kraftstoff der Spezifikation E 85, von Methan in Form von Erdgas/Biogas, Flüssiggas oder Wasserstoff betrieben werden, wurde bis zum Ablauf des 31. Dezember 2015 in Höhe von 600 Euro gewährt.[11] Das Förderprogramm „Umweltinitiative Erdgas-Auto“ der Energie AG OÖ Power Solutions ist mit Ende 2016 ausgelaufen.[12] Mit 3.000 Euro pro Fahrzeug förderte die Stadt Wien gemeinsam mit der Wiener Netze GmbH bis Ende Dezember 2016 die Anschaffung von Erdgastaxis.[13]

Spanien

Die Städtische Verkehrsgesellschaft EMT Madrid orderte im Mai 2016 82 Mercedes-Benz Erdgasbusse
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EMT Madrid (Empresa Municipal de Transportes de Madrid) orderte 82 Mercedes-Benz Citaro NGT (Natural Gas Technology) Omnibusse[14]


Städtische Verkehrsgesellschaft EMT Madrid orderte im Mai 2016 82 Mercedes-Benz Erdgasbusse
Die Verkehrsbetriebe EMT der spanischen Hauptstadt Madrid mit ihren rund 3,2 Millionen Einwohnern setzen beim Busverkehr bereits seit vielen Jahren auf alternative Antriebe. Schwerpunkt bei den alternativen Antrieben wird der Gasmotor sein. Bis heute konnte durch den Einsatz von Erdgasfahrzeugen eine Reduzierung der Emissionen um mehr als 80 Prozent erreicht werden. Mit der Order von 82 Mercedes-Benz Citaro NGT (Natural Gas Technology) Omnibussen setzt die Städtische Verkehrsgesellschaft EMT Madrid (Empresa Municipal de Transportes de Madrid) weiter voll auf diese umweltfreundliche Antriebstechnik.[14]

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um 40 Mercedes-Benz Citaro Erdgas-Gelenkbusse mit einer Länge von 18 Metern sowie 42 Mercedes-Benz Erdgas-Solofahrzeuge mit einer Länge von 12 Metern. Der neue Citaro NGT mit Erdgasmotor setzt Maßstäbe bei Umweltfreundlichkeit und Komfort. Er ist ohne Einschränkung für die Verwendung von Bio-Erdgas nach DIN 51624 freigegeben. Damit wird die CO2-Bilanz nochmals attraktiver: Denn dann fährt der Erdgasbus sogar nahezu CO2-neutral. Zudem unterschreitet der Erdgasmotor das Geräuschniveau zum vergleichbaren Dieselmotor hörbar. Je nach Fahrzustand liegen seine Geräuschemissionen bis zu 4 dB(A) niedriger, das entspricht etwa einer Halbierung des subjektiv empfundenen Geräuschniveaus. Beide Faktoren – geringe CO2-Emissionen und niedriger Geräuschpegel – prädestinieren den neuen Citaro NGT speziell für den Einsatz in hochbelasteten Innenstädten sowie für das Befahren von Wohngebieten oder touristisch stark frequentierten Altstädten. In Madrid werden die neuen Erdgasbusse von Mercedes-Benz im Stadtgebiet zum Einsatz kommen, darunter auch auf einer der bedeutendsten Alleen von Madrid, der Paseo de la Castellana, die sich im Herzen der spanischen Hauptstadt befindet.[14]

Neuer Gasmotor M 936 G: Paradebeispiel für Downsizing
Herzstück des neuen Citaro NGT ist der Erdgasmotor Mercedes-Benz M 936 G. Mit 7,7 l Hubraum handelt es sich um den derzeit kompaktesten Erdgasmotor seiner Klasse: Mit einem Gewicht von nur 747 kg einschließlich Vorkatalysator ist das Triebwerk ein Paradebeispiel für erfolgreiches Downsizing. Der Erdgasmotor basiert auf dem hochmodernen Turbodieselmotor OM 936. Der stehend eingebaute Reihensechszylinder wird als monovalenter Motor mit komprimiertem Erd- bzw. Biogas betrieben. Er leistet 222 kW (302 PS) bei 2000/min, erreicht ein maximales Drehmoment von 1200 Nm konstant von 1200 bis 1600/min und unterschreitet die Abgasgrenzwerte von Euro VI zum Teil erheblich. Mit diesen Daten und seiner kraftvollen Leistungsentfaltung ist der einstufig aufgeladene Motor seinem Pendant mit Dieselantrieb völlig ebenbürtig. Die Leistungs- und Drehmomentkurven verlaufen im Hauptfahrbereich von Leerlaufdrehzahl bis etwa 1500/min deckungsgleich. Oberhalb arbeitet der Erdgasmotor sogar einen leichten Leistungs- und Drehmomentvorteil heraus. Gleichzeitig setzt der Erdgasmotor von Mercedes-Benz die Messlatte für Umweltfreundlichkeit besonders hoch, denn die CO2-Emissionen eines Erdgasmotors liegen bis zu zehn Prozent unter denen eines Dieselmotors. Bei Verwendung von Bio-Erdgas wird diese CO2-Bilanz nochmals attraktiver, dann fährt ein Erdgasbus nahezu CO2-neutral.[14]

Leise, wirtschaftlich und kompakt: Erdgasantriebe mit Zukunft
Das Segment der Stadtbusse in Westeuropa beläuft sich auf durchschnittlich rund 10 500 Neuzulassungen im Jahr mit einem stabilen Niveau. Auf den hochspezialisierten Bereich der Stadtomnibusse mit Erdgasantrieb entfallen in Europa derzeit knapp 1000 Einheiten im Jahr. Mercedes-Benz rechnet damit, dass sich diese Zahl im Rahmen von Diskussionen über die Umweltbelastung in Ballungsgebieten oder Ressourcenschonung künftig weiter erhöhen kann. Hartmut Schick dazu: „Der neue Erdgasantrieb ist wie auch unsere Euro VI-Dieseltechnologie eine bezahlbare Serientechnik, mit der dieses Ziel heute schon zu wirtschaftlichen Bedingungen erreicht werden kann“.[14]

EMT Madrid
Die Städtische Verkehrsgesellschaft EMT Madrid verfügt über einen Fuhrpark mit 1920 Bussen. Die Busse kommen auf eine Fahrleistung von jährlich knapp einer Million Kilometer, dabei werden 425 Millionen Fahrgäste befördert. Das Liniennetz hat eine Länge von rund 3600 km mit rund 10 000 Haltestellen. EMT Madrid wurde 1947 gegründet und gehört zu 100 Prozent der Stadt Madrid.[14]

Schweiz und Liechtenstein

In der Schweiz und in Liechtenstein fuhren Ende Dezember 2006 insgesamt rund 3.500 Erdgasfahrzeuge. Bis 2010 wird ein Anstieg auf 30.000 Fahrzeuge erwartet. Das öffentliche Tankstellennetz umfasste Ende Dezember 2006 rund 85 Stationen, darunter auch Biogastankstellen. Bis Ende 2007 soll das Netz auf 100 Erdgas- bzw. Biogastankstellen ausgebaut werden.

Im Januar 1996 testeten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) den Mercedes-Benz O 405 N2 CNG auf ihren zwei längsten Buslinien. Als Pilotprojekt folgte eine Bestellung von insgesamt 12 Erdgasbussen mit den Nummern 801-812, die noch heute in Betrieb sind. Bei der Busgarage an der Rankstraße befindet sich eine öffentliche Erdgas-Tankstelle. Später beschafften sich weitere Busbetriebe mit Erdgas betriebene Linienbusse. Ab 2010 sind in Basel 38 Erdgasbusse in Betrieb.

Das Fürstentum Liechtenstein verfügte 2005 über 39 Erdgasbusse, die von LIEmobil betrieben wurden. Fahrzeughalter von Erdgasfahrzeugen sind in Liechtenstein von der Motorfahrzeugsteuer befreit.

Der Erdgasantrieb - aktuell und in Zukunft

Aktuelle Entwicklungen

Weltweit existieren über 12,6 Millionen Erdgasfahrzeuge, davon allein in den fünf Hauptnutzungsländern (Pakistan, Iran, Argentinien, Brasilien, Indien) zusammen rund 9,3 Millionen Stück (Stand: 2010).[15]

Europa

  • Deutschland: Erdgas ist steuervergünstigt. Preisgünstigstes Modell ist seit seinem Verkaufsstart 2012 der 'VW Eco Up'. Er kostet etwa 2000 Euro mehr als ein vergleichbarer Benziner. [16] [17]
  • Der französische Autohersteller Citroën kooperiert auf dem Erdgasautomarkt mit dem Gasversorger GDF Gaz de France und will ab 2007 im Raum Toulouse Fahrzeuge zum Selbstbetanken am Gashausanschluss anbieten. Der 500 € teure Kompressor wird den Fahrzeugkäufern und Besitzern eines Gas-Anschlusses kostenlos bereitgestellt. In Frankreich gibt es außerdem eine Steuerermäßigung von 1.525 Euro für mono- und bivalente neu gekaufte Erdgasfahrzeuge. Der französische Handelskonzern Carrefour will zudem Erdgas-Tankstellen einrichten.
  • Großbritannien: Halter von Erdgasfahrzeugen zahlen weniger Kraftfahrzeugsteuer, hier: „Vehicle Excise Duty (VED)“, als vergleichbare Benzin- und Dieselfahrzeuge.
  • Niederlande: Bis 2011 liefert MAN 135 Lion’s-City-Niederflurbusse mit Erdgasmotoren für die städtischen Betriebe in Den Haag.
  • Italien: 2008 wurden in Italien 70.956 neue Erdgasfahrzeuge zugelassen. Zudem plant der Staat die Erhöhung der staatlichen Prämie für Erdgasanlagen von 500 Euro auf 650 Euro.[18]
  • In Teilen Norwegens wird auch eine Mischung aus komprimiertem Erdgas mit Wasserstoff als Treibstoff angeboten (HCNG).

Asien

  • In Indien startete bereits 1998 in Neu-Delhi ein Erdgasfahrzeug-Förderprogramm, das City-Busse und Taxis umfasste und die Luftverschmutzung reduzieren sollte. Das Versorgungsunternehmen Indraprastha Gas Limited (IGL) ging hierzu ein Joint Venture mit der staatlichen GAIL und BPCL sowie der lokalen Gouverneursregierung in Neu-Delhi ein. Aufgrund der Erfolge in Neu-Delhi entschloss sich die indische Regierung auch in 11 weiteren Metropolen Erdgasfahrzeuge zu fördern. In der Stadt Lakhnau (Lucknow), zugleich Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, ca. 500 Kilometer östlich der Hauptstadt Neu-Delhi mussten bis Ende November 2006 alle Fahrzeuge im öffentlichen Personenverkehr der Stadt auf Erdgas umgerüstet sein, zeitgleich erfolgte ein Fahrverbot für Diesel- und Benzinbusse.
  • In Pakistan steigt die Zahl der Erdgasfahrzeuge schnell an. Dort fahren inzwischen ca. 2,7 Millionen meist umgerüstete Fahrzeuge mit Erdgas.[19]
  • In Thailand begannen die ersten Erfahrungen mit Erdgas betriebenen Fahrzeugen 1984 in Kooperation mit Neuseeland und führte zur Einführung von 5 Bussen. Heute verfolgt die Regierung eine Umstellung des Tankstellennetzes auf Gas (CNG und LNG) und zur weiteren Förderung von Erdgasfahrzeugen.
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde im Sommer 2005 beschlossen, dass Erdgas bis 2012 rund 20 Prozent des gesamten im Straßenverkehr des Landes verbrauchten Kraftstoffs ausmachen soll.

Amerika

  • Brasilien: Der Preis für 1 Liter Benzin beträgt 2,05 bis 2,30 Real pro Liter (Stand 2005), das sind umgerechnet ca. 70 bis 80 Euro-Cents. Dagegen kostet 1 kg komprimiertes Erdgas (CNG) 1 Real (ca. 0,34 Euro). Der Umbau von reinen Benzinautos in bivalente Erdgasfahrzeuge kostet in Brasilien etwa 2.000 Real (ca. 670 Euro) und senkt die Kosten für die Kraftfahrzeugsteuer um 25 Prozent. Im Februar 2008 wurden die Polizeikräfte in Rio de Janeiro mit 632 Erdgasfahrzeugen vom Typ VW Gol ausgerüstet.[2]
  • USA: Die Verwendung von Erdgas in Pkw ermöglicht die Einhaltung der Ultra Low Emission Vehicle Standards. Das erste ULEV für Kalifornien war ein Erdgas-Pkw.[2]

Zukunft

Eines der Kernthemen in der Weiterentwicklung ist die Speicherkapazität des Kraftstoffs und damit die Reichweite und Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge und in letzter Konsequenz die Akzeptanz beim Kunden. Erprobt werden Methoden mit höherem Tankdruck (300 statt 200 bar), (tief)gekühlten Tanks oder einer Kombination aus beidem. Erdgas gehört zu den fossilen Brennstoffen, deren Endlichkeit in der Entwicklung mit zu berücksichtigen ist. Daher kann jedes Erdgasfahrzeug auch mit auf Erdgasqualität aufbereitetem Biogas bzw. in beliebigen Mischungen von Erdgas und aufbereitetem Biogas gefahren werden. Möglichkeiten dazu gibt es bisher vereinzelt in Deutschland und in der Schweiz. In der Schweiz betrug der Anteil von Bioerdgas am fossilen Kraftstoff Erdgas im Jahr 2006 bereits 26,5 %. In Schweden tanken bereits 6.000 der 12.000 Erdgasfahrzeuge überwiegend Bioerdgas. Am 14. Dezember 2012 hat Audi seine 6 MW e-gas-Anlage (synthetisches 'Erdgas') in Werlte in Betrieb genommen. Mit Hilfe überschüssigen Windstromes und dem CO²-Abgas einer naheliegenden Biogasanlage wird in 2 Schritten (Zerlegung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff, Verbindung von Wasserstoff und Kohlenstoff) Methan hergestellt und in das Methangas/Erdgasnetz eingespeist. Im Gegensatz zum Wasserstoff ist Methan ein gut handhabbares Gas, für das eine weit verbreitete und bewährte Infrastruktur und viele damit vertraute Menschen existieren. Die technischen Probleme des Methangasantriebes sind nicht vergleichbar mit denen des Wasserstoffantriebes, siehe auch z. B. BMW Hydrogen 7, da z. B. an den Stahl der Rohre nur bekannte und erfüllbare Anforderungen gestellt werden. Die Herstellung synthetischen Methans ist eine bessere Alternative zu den fossilen Brennstoffen, als die biologische, da hier die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion nicht gegeben ist und auch der Flächenbedarf wesentlich geringer ist.[2]

OECD-Bericht 2013 kritisiert Mobilitäts-Förderung in Österreich

Der “Wirtschaftsbericht Österreich”, wurde am 2. Juli 2013 vom Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, in Wien vorgestellt. Der Druck auf die Umwelt wird sich durch zunehmende Zersiedlung und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen verschärfen. Bemühungen, die Verursacher von Umweltbelastungen finanziell zur Verantwortung zu ziehen, müssen verstärkt werden. So sollte darüber nachgedacht werden, die Steuern auf Diesel zu erhöhen, die Privilegien für Firmenwagen abzuschaffen und auch die Pendlerpauschale mehr und mehr zu reduzieren. Insgesamt bedarf es für eine kohärente Umweltpolitik einer besseren Koordination zwischen verschiedenen Regierungsstellen, darüber hinaus müssen die Wohnungs- und Verkehrspolitik besser einbezogen werden.[20] Schwächer als erwartet schneidet Österreich in Sachen Umwelt ab: Der Straßenverkehr nimmt zu, weil allzu viele Menschen in die „Speckgürtel“ rund um die Städte ziehen. Das Ausmaß der Grünflächen, die verbaut und asphaltiert werden, hat sich seit 1995 verdoppelt. Das erhöhe das Hochwasserrisiko und gefährde die Artenvielfalt. Solche Kosten sollten stärker berücksichtigt werden: Die Experten plädieren auch bei Pkw für eine kilometerabhängige Maut statt der Vignette. Das Pendlerpauschale würden sie abschaffen.[21]
Ein innovativer Kompromiss zur von der OECD empfohlenen Abschaffung der Pendlerpauschale könnte das Knüpfen der Pendlerpauschale an eine der folgenden Bedingungen sein:

  • Vorlage von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel oder Schichtbusse für mehr als 70% der Arbeitstage im Jahr
  • Nachweis des Besitzes eines PKWs mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb
  • Nachweis der Bezahlung für Fahrgemeinschaften mit einem PKW mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb für mehr als 70% der Arbeitstage im Jahr
  • Firmenbestätigung, dass ein Privat-Kfz auch regelmäßig für dienstliche Fahrten benützt werden muss, und dass diese Fahrten mit einem PKW mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb erfolgen

Ein innovativer Kompromiss zur von der OECD empfohlenen Abschaffung der Privilegien für Firmenwagen könnte das Reduzieren der Privilegien für Firmenwagen und Knüpfen an folgende Bedingungen sein:

  • Privilegien für Firmenwagen soll es in reduzierter Form nur mehr geben, wenn es sich bei den Firmenwagen um Kraftfahrzeuge mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb handelt.

Serienfahrzeuge

Technik

Viele Automobilhersteller haben sich mit dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, der Mineralölindustrie (u. a. Aral), dem Bundesumweltministerium und dem Automobilklub ADAC im Trägerkreis „Das Erdgasfahrzeug“ zusammengetan. Die Automobilindustrie bietet seit 2001 eine zunehmende Modellpalette an serienmäßigen Erdgasfahrzeugen an.

Erdgasfahrzeuge gibt es in zwei Ausführungen: bivalent und monovalent.

  • Bivalente Fahrzeuge (auch bifuel genannt) können sowohl mit dem Treibstoff Erdgas als auch mit Benzin fahren. Durch Betätigen eines Schalters oder automatisch kann der Betrieb zwischen den Kraftstoffen jederzeit gewechselt werden. Dadurch ist die Reichweite der Fahrzeuge vergleichbar mit konventionell angetriebenen Personenkraftwagen.
  • Monovalente Fahrzeuge (monofuel) werden mit komprimiertem Erdgas betrieben und haben meist einen zusätzlichen Benzintank mit bis zu 31 Liter Benzin. Die Motoren bei monovalenten Fahrzeugen sind auf den Erdgasbetrieb technisch besser abgestimmt, mit einem optimierten Kraftstoffverbrauch und geringeren Schadstoffemissionen.

Bei fast allen Serienfahrzeugen werden die Erdgastanks unterflurig, d. h. unter dem Fahrzeugboden angebracht, so dass keine Einschränkung des Ladevolumens besteht. Der zunehmende Gebrauchtwagenmarkt für Erdgasautos ermöglicht den Autokäufern, die Kosten für die je nach Autotyp ca. 1000 bis 2000 Euro höheren Anschaffungskosten gegenüber einem konventionell angetriebenen Serienfahrzeug zu umgehen. Allerdings liegen auch die Gebrauchtwagenpreise für die CNG-Fahrzeuge noch höher.

Im Unterschied zu Benzinfahrzeugen kommt bei Erdgasfahrzeugen noch die entsprechende Technik dazu, die aus Druckgasbehältern, einem Druckregler, Einspritz- und Rückschlagventilen sowie einer elektronischen Motorsteuerung besteht. Der Antrieb unterscheidet sich dadurch, dass in den Zylindern statt eines Benzin-Luft-Gemisches ein Erdgas-Luft-Gemisch verdichtet, gezündet und verbrannt wird.

Bei einem Tankvorgang gelangt das Erdgas in die Druckgasbehälter, von wo es durch ein multifunktionales Sicherheitsventil in den Hochdruckregler strömt. Der Speicherdruck des getankten komprimierten Erdgases wird von 200 bar (ungefährer Druck eines Taucher-Atemgerätes) vom Hochdruckregler auf 7 bar verringert. Eine nachfolgende Filterung verhindert, dass Verunreinigungen im Erdgas die Gasdosierung verschmutzen. Bei der sequenziellen Gasdosierung wird die Erdgasmenge mittels computergesteuerter Magnetventile entsprechend der benötigten Leistungsanforderung des Fahrzeugs in jeweils getrennte Ansaugtrakte getrennt eingeblasen, um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten. Im Ottomotor wird das Erdgas mit der Ansaugluft verwirbelt, und das Gemisch verbrennt im Zylinder wie bei einem konventionellen Benzinmotor. Die Tankgrößen bei Serienmodellen liegen zwischen 12 und 37 kg Erdgas.

Die Verdichtung kann bei Erdgasmotoren aufgrund der hohen Oktanzahl von 134 im Vergleich zu 95 bis 98 bei bleifreiem Superbenzin höher gewählt werden und erzielt dann einen höheren Wirkungsgrad in Ottomotoren.

Im Nutzfahrzeugbereich werden Dieselmotoren so umgerüstet, dass sie mit Erdgas als Kraftstoff fahren können. Diese Innovation ist die Grundlage des DING-Motors (Direct Injection Natural Gas), einen hocheffizienten, schadstoffarmen und damit umweltfreundlichen Fahrzeugantrieb. Zurzeit wird der DING-Motor im Alltagsbetrieb im Hinblick auf eine künftige Serienanwendung getestet. Die Entwicklung des DING-Motors wird stark durch die kanadische Firma Westport Innovations Inc, auch zusammen mit renommierten deutschen Unternehmen vorangetrieben.

Ab 2009 kam eine neue Motorengeneration für Erdgasfahrzeuge auf den Markt, die u. a. als Turbo-CNG oder TNG(Turbo Natural Gas) beworben werden. Hierzu wurden bereits existierende Turbo-Benziner-Motoren weiterentwickelt und die bekannten Komponenten von Benzinmotoren, beispielsweise ein Abgasturbolader (ATL), angepasst. In anderen Modellen kommt außerdem ein Kompressor zum Einsatz, der durch die erhöhte Verdichtung und durch den Aufbau von zusätzlichem Ladedruck den Wirkungsgrad bedeutend steigert. Im November 2007 wurden auf der gat 2007 (Gasfachliche Aussprachetagung der deutschen Gaswirtschaft) in Karlsruhe ein Prototyp eines VW Passat TSI EcoFuel und ein Audi A5 2.0 T-CNG präsentiert. Auf der Motorshow Bologna im Dezember 2008 stellte Opel den Zafira 1.6 CNG Turbo zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Ab 2012 liefert Opel den Nachfolger Zafira Tourer als CNG mit großen 25-kg-CNG-Tanks aus. In Zusammenhang mit den sparsamen Turbomotoren sind CNG-Reichweiten von weit über 650 km möglich.

Fahrzeugmodelle

Heute bieten bereits viele Autohersteller serienmäßig Fahrzeuge für Erdgasbetrieb an. Einzelne Hersteller wie Mitsubishi Motors Deutschland GmbH bieten keine Erdgasfahrzeuge ab Werk an, bieten aber in Kooperation mit Umrüstpartnern eine nachträgliche Umrüstung auf Erdgas an. Der Umbau ist bei Mitsubishi für alle Benzinmotoren außer GDI- und 2,4 l MIVEC-Motoren freigegeben, der von Mitsubishi Motors Deutschland GmbH empfohlene Umrüster ist die Firma Tartarini Deutschland GmbH.

Zu den aktuellen und früheren Modellen, die (teilweise nur auf nichteuropäischen Märkten) serienmäßig auch als CNG-Version angeboten werden, zählen:

Opel Zafira Tourer 1.6 CNG Turbo Erdgas ecoFLEX, 110kW (150PS), April 2012 bis 2017
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Tankinhalt CNG/Benzin, 25 kg/14 l, Reichweite CNG/Benzin 530/150km[22]
Für A, I & NL besser als bei den CNG-PKWs des VW-Konzerns: Erdgas-Reichweite größer als Benzin-Reichweite,
jedoch im Unterschied zu Skoda, VW & Audi leider nur mit Schaltgetriebe zu bekommen


Nähere Details finden sich in den Hauptartikeln der Fahrzeuge.

Im Motorsport startete Volkswagen 2009 und 2010 beim 24-h-Rennen Nürburgring mit drei VW Scirocco GT24-CNG mit Biogas.

Attraktive Erdgas-Kraftfahrzeuge ab 2017

Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX (2017): So weit kommt mit CNG sonst keiner

Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX (2017)
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Reichweite CNG+Benzin: 530+150 km, Bildquelle Opel-Prospekt


Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX (2017))[22]
Kriterium CNG Benzin
Leistung 110 kW 110
Leistung 150 PS 150
Tankinhalt 25 kg 15 l
Beurteilung
Tankinhalt
für A, I & NL
optimal optimal
Reichweite 530 km 150 km
Kraftstoffkosten
je 100km
5,12 € k.A.
Kraftstoffverbrauch
je 100km
4,7 kg k.A.
CO2 Wert 129 g/km k.A.
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Ladevolumen 710 bis 1860 l 710 bis 1860 l
Länge 4666 mm 4666 mm

Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX (2017)
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(CNG)Benzin/Erdgas (CNG) / 1.6 l / 110kW/ 150PS


Mit der Einführung neuer CNG / Erdgas Motoren (2011/2012) wurde Opels Zafira Tourer 1.6 CNG Turbo ecoFLEX bis zu den aktuellen Modellen 2017 zum Reichweitenprimus seiner Klasse. Opel ergänzte die Motorenpalette des Zafira Tourer im im Januar 2012um eine neue Generation des Gasantriebs. Das neue monovalentPLUS Konzept mit einem Tankvolumen von 25 kg CNG bringt den neuen Erdgas Zafira bis zu 530 km weit, das sind etwa 120 km mehr als der Vorgänger geschafft hat. Das macht den Zafira CNG zum Klassenprimus in Sachen Reichweite. Kein Vergleichbares Auto mit Erdgas / CNG Antrieb kommt so weit. Zusätzlich dazu ist noch ein 15 Liter fassender Reservetank für Benzin mit an Bord, der im Notfall für weitere 150 km sorgt.

as neue Aggregat leistet 110 kW / 150 PS und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 210 Newtonmeter. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 4,7 kg CNG / Erdgas auf 100 Kilometer, was einem Minderverbrauch von 6% gegenüber dem Vorgänger entspricht. Dementsprechend ist auch der CO2-Ausstoß von 139 g/km auf 129 g/km gesunken. Da der Motor auch mit Biogas klarkommt, kann die CO2-Bilanz sogar noch wesentlich verbessert werden.

CNG-Antriebe machen aber nicht nur ökologisch, sondern auch rein rechnerisch Sinn. Der Verbrauch eines CNG-Fahrzeugs liegt etwa 15 % unter dem eines vergleichbaren Benziners. Zudem ist der Kraftstoff um etwa 25 % günstiger. In Verbindung mit der um das 1,5-fache höheren Energiedichte von CNG gegenüber Super-Benzin, liegt die rechnerische Preisersparnis durchschnittlich bei satten 50%. Da amortisiert sich der Mehrpreis für den Gasantrieb nach wenigen tausend Kilometern.[24]

Skoda Octavia Combi 1.4 TSI G-TEC auch mit Automatik lieferbar

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OCTAVIA Combi Style G-TEC DSG (CNG)Benzin/Erdgas (CNG) / 1.4l / 81kW/ 110PS


Skoda Octavia Combi 1.4 TSI G-TEC (2017)[22]
Kriterium CNG Benzin
Leistung 81 kW 81 kW
Leistung 110 PS 110 PS
Tankinhalt 15 kg 50 l
Beurteilung
Tankinhalt
für A, I & NL
zu klein zu groß
Reichweite 410 km 900 km
Kraftstoffkosten
je 100km
3,92 € 7,83 €
CO2 Wert 97 g/km 127 g/km
Getriebe DSG-Automatik 7-Gang
od. 6-Gang
DSG-Automatik
od. 6-Gang

Den erdgasbetriebenen ŠKODA Octavia G-TEC gibt es (im Unterschied zur Erdgas-Variante des Opel Zafira Tourer) seit Mai 2016 auch mit einem automatischen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Mit der Kombination aus Erdgasantrieb und Benzinmotor können somit bis zu 1.330 km erreicht werden. Der ŠKODA Octavia G-TEC ist als Limousine und als Combi erhältlich.[25]

Der ŠKODA Octavia G-TEC ist mit einem 1,4 TSI-Turbomotor mit einer Leistung von 81 kW (110 PS) motorisiert. Der Motor ist bivalent ausgelegt – er kann mit Erdgas und mit Benzin betrieben werden. Start-Stopp-System und Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) sind serienmäßig. Das moderne Aggregat erfüllt die EU-6-Norm. Die Reichweiten des Octavia G-TEC sind beeindruckend: Bereits im reinen Erdgas-Betrieb schafft das Modell bis zu 410 km, ohne nachzutanken. Der Verbrauch liegt bei 5,3 m3 Erdgas auf 100 km, das entspricht einem CO2-Ausstoß von nur 94 g/km. Im reinen Benzinmodus liegt die Reichweite des Octavia G-TEC bei bis zu 920 km. Damit legt der Octavia G-TEC mit nur einer Tankfüllung insgesamt bis zu 1.330 km zurück.[25]

Das Betanken mit Erdgas ist völlig unkompliziert. Der Anschluss für das Druckventil befindet sich hinter der Tankklappe, hinter der auch der Benzin-Einfüllstutzen liegt. Die beiden Erdgas-Tanks haben ein Gesamtvolumen von maximal 97 l bzw. 15 kg Erdgas bei einem Druck von 200 Bar. Sie sind als Unterflurtanks auf einem speziellen Rahmen unter dem Kofferraumboden angebracht. Den Platz gewinnt ŠKODA durch den Wegfall der Reserverad-Mulde und eine leichte Erhöhung des Kofferraumbodens. Die geschickte Positionierung der Tanks hat zur Folge, dass das großzügige Platzangebot im Innenraum nicht eingeschränkt ist. Damit steht auch der Erdgas-Octavia für Innenraum-Bestwerte im Segment. Der Kofferraum fasst 460 l (Limousine) bzw. 480 l (Combi).[25]

OCTAVIA Combi Style G-TEC DSG (CNG)Benzin/Erdgas (CNG) / 1.4l / 81kW/ 110PS[26]
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Gepäckraumvolumen 460 bis 1450 l


Mit dem ŠKODA Octavia G-TEC als Limousine und als Combi sowie mit dem ŠKODA Citigo G-TEC bietet der tschechische Autohersteller aktuell drei Erdgasmodelle an. Wie sparsam eine Fahrt mit einem Erdgasfahrzeug ist, zeigte im Juli 2014 eine Rekordfahrt des österreichischen ‚Spritsparmeisters’ Gerhard Plattner. Er absolvierte die 1.172 km lange Strecke von Berlin nach Jesolo/Italien mit einem Erdgasverbrauch von nur 2,93 kg/100 km. Dieser Wert liegt um über 0,5 kg oder rund 17 Prozent unter der Herstellerangabe von 3,5 kg. Für die Gesamtstrecke von 1.172 km kam er mit Kraftstoffkosten von unter 40 Euro aus.[25]

Der Erdgasantrieb spielt eine wichtige Rolle im Rahmen der ŠKODA Nachhaltigkeitsstrategie. Insgesamt bietet Erdgas große Chancen für eine nachhaltige Mobilität. Die Abgase sind mit weniger Schadstoffen belastet als Benzin- oder Dieselabgase. Ein weiterer Vorteil von Erdgasfahrzeugen sind die niedrigen Betriebskosten. In einigen europäischen Ländern gibt es zudem steuerliche Vorteile bei der Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs.[25]

In Österreich erhalten Käufer eines ŠKODA mit Erdgasantrieb eine Erdgasförderung in Höhe von € 2.000,-*. Für Firmenkunden besteht zudem das Angebot, mittels zweier zu beantragender Zertifikate mit dem Octavia G-TEC 40.000 Kilometer CO2-neutral zu fahren. Dabei spart der Unternehmer weitere € 1.000,- und speist gleichzeitig mittels Umlage 1.400kg Biogas in das österreichische Gasnetz. Mit rund 200 Erdgastankstellen ist das österreichische Netz sehr gut ausgebaut.[25]

Der ŠKODA Octavia G-TEC ist in folgenden europäischen Ländern erhältlich: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, und Tschechien. Seit der Markteinführung wurden bis Ende 2015 rund 7.700 Erdgas-Octavia ausgeliefert.[25]

Das Angebot an umweltfreundlichen Fahrzeugen ist Kern von ŠKODAs Umweltstrategie ‚GreenFuture‘. Ziel ist, ŠKODA Modelle noch sparsamer und den Umgang mit Ressourcen noch nachhaltiger zu gestalten. Derzeit sind 107 Modellvarianten mit Emissionswerten unter 120 g CO2/km, davon 37 mit Werten unter 100 g CO2/km, im Angebot der Marke.[25]

Audi A4 Avant g-tron fährt mit CNG, hergestellt aus Windenergie-Strom (ab Sommer 2017)

Audi A4 Avant g-tron (ab Sommer 2017)[27]
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Tankinhalt CNG/Benzin: 19 kg/25 l, Reichweite CNG/Benzin: 500/400km [28]


Audi A4 Avant 2.0 g-tron Ab Anfang 2017[28]
Kriterium CNG Benzin
Leistung 125 kW zusammen CNG + Benzin
Leistung 170 PS zusammen CNG + Benzin
Tankinhalt 19 kg ca. 25 l
Reichweite 500 km 450 km

Der Audi A4 Avant-g-tron ist das zweite Modell nach dem A3 Sportback g-tron, das der Kunde mit Erdgas (CNG) beziehungsweise mit Audi e-gas betreiben kann. Sein 2.0 TFSI-Motor kommt auf 125 kW (170 PS) Leistung und 270 Nm Drehmoment. [29]
Tankinhalt CNG/Benzin: 19 kg/25 l, Reichweite CNG/Benzin: 500/400km [28] Das Mittelklassemodell ist ab Frühsommer 2017 in Europa bestellbar.[27]

Der A4 Avant g-tron fährt sportlich, effizient und höchst wirtschaftlich zugleich. Als Basis für den Motor dient der neue 2.0 TFSI mit dem von Audi weiterentwickelten, hoch effizienten Brennverfahren. Das Turbo-Aggregat leistet 125 kW (170 PS). Bei ca. 1.650 1/min steht das maximale Drehmoment von 270 Nm bereit. Die speziell für den Gasbetrieb angepassten Kolben und Ventile ermöglichen dabei eine optimale Verdichtung. Ein elektronischer Regler verringert den hohen Druck des vom Tank einströmenden Erdgases (CNG = Compressed Natural Gas) von bis zu 200 bar auf 5 bis 10 bar Arbeitsdruck im Motor. Diese Druckregelung erfolgt dynamisch und präzise, entsprechend der vom Fahrer angeforderten Kraft. So steht in der Gasleitung und in den Einblasventilen stets der richtige Druck bereit – niedrig für effizientes Fahren im unteren Drehzahlbereich, höher für mehr Leistung und Drehmoment.[27]

Im NEFZ-Zyklus verbraucht der Audi A4 Avant g-tron mit S tronic pro 100 Kilometer nur 3,8 Kilogramm CNG – das entspricht Kraftstoffkosten von nur etwa vier Euro (Stand: März 2017). Die CO2-Emission liegt bei 100 Gramm pro Kilometer. Im Benzinbetrieb verbraucht der bivalente A4 Avant 5,4 Liter auf 100 Kilometer und 124 Gramm CO2 pro Kilometer. Das Tankvolumen von 19 Kilogramm Gas ermöglicht eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern im NEFZ. Bei einer Restmenge von etwa 0,6 Kilogramm, analog 10 bar Restdruck, wechselt das Steuergerät auf Benzinbetrieb – in diesem Modus kann der bivalent ausgelegte A4 Avant g-tron bis zu 450 weitere Kilometer zurücklegen. Die mögliche Gesamtreichweite liegt im Bereich eines Autos mit TDI-Motor. Dabei kommt der Fahrspaß nicht zu kurz. In Verbindung mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe beschleunigt der A4 Avant g-tron in nur 8,5 Sekunden auf Tempo 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 223 km/h.[27]

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Audi A4 Avant g-tron: Innenraum[27]

Die Einfüllstutzen für Gas und Benzin befinden sich unter einer gemeinsamen Tankklappe. Nach dem Tanken und bei großer Kälte startet der Motor zunächst mit Benzin und schaltet danach so rasch wie möglich auf Gasbetrieb um. Zwei Anzeigen im Kombiinstrument halten den Fahrer über die Füllstände der Tanks auf dem Laufenden. Das Fahrerinformationssystem zeigt den Verbrauch im jeweils aktuellen Betriebsmodus an.[27]

Audi baut die vier zylindrischen CNG-Behälter als ein kompaktes Modul in den Hinterwagen des Avant. Sie sind optimal an die Raumverhältnisse angepasst und jeweils spezifisch dimensioniert. Schalen aus Stahlblech mit Spannbändern tragen die Behälter und schützen sie vor Beschädigungen, zum Beispiel an Bordsteinkanten. Das gesamte CNG-Tankmodul, das auch den 25 Liter-Benzintank integriert, wird bei der Produktion des A4 Avant in die Karosserie eingepasst. Die Reserveradmulde entfällt. Zusätzlich wandert die Batterie vom Gepäckraum in den Motorraum. Der Ladeboden liegt auf Höhe der Ladekante und bietet somit einen vollwertigen Kofferraum.[27]

Die CNG-Behälter mit 200 bar Betriebsdruck bei 15 Grad Celsius folgen der Leichtbauphilosophie von Audi – dank ihres innovativen Layouts wiegen sie 56 Prozent weniger als vergleichbare Stahlflaschen. Eine Matrix aus gasdichtem Polyamid bildet die innere Lage. Die zweite Schicht aus einer Mischwicklung kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) sorgt für höchste Festigkeit. Die dritte Schicht besteht rein aus GFK und dient vor allem zur optischen Prüfung – an beschädigten Stellen verfärbt sie sich milchig-weiß. Bei der Herstellung wird jeder Behälter mit 300 bar geprüft, bevor er ins Auto kommt. Der reale Berstdruck liegt nochmals weit höher und übertrifft die gesetzlichen Anforderungen deutlich.[27]

Besonders ökologisch fährt der A4 Avant g-tron mit Audi e gas. Hier bietet das Unternehmen seinen Kunden die erste nahezu CO2-neutrale Langstreckenmobilität. Den Kraftstoff produzieren Audi und seine Partner mithilfe von erneuerbarer Energie, Wasser und CO2 oder aus Reststoffen, wie Stroh und Grünschnitt.[27]

Unter anderem gewinnt die Marke das e-gas in seiner eigenen Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte. Der Prozess: Vorwiegend überschüssiger Ökostrom betreibt drei Elektrolyseure, die Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff spalten. In der anschließenden Methanisierung reagiert der Wasserstoff mit CO₂. Die Folge: Synthetisches Methan – das Audi e-gas – entsteht. Es wird ins europäische Gasnetz eingespeist und ersetzt bilanziell die Menge Erdgas, die das g-tron-Modell im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) verbraucht.[27]

Der Kunde tankt sein g-tron-Modell an jeder beliebigen CNG-Tankstelle und bezahlt dafür den regulären Preis. Audi sichert die grüne Eigenschaft und damit die entsprechende CO2-Reduktion, indem das Unternehmen im Hintergrund die berechnete Menge in Form von Audi e-gas wieder ins Erdgasnetz einspeist. Als Bilanzierungsinstrument dient nicht mehr länger eine Tankkarte. Stattdessen berechnet Audi die Menge automatisch auf Basis von Erhebungen und Servicedaten der Autos. Der TÜV Süd überwacht und zertifiziert das Verfahren. Die g-tron-Kunden erhalten ein Dokument, das die Versorgung ihres Autos mit Audi e-gas bestätigt und über die Zertifizierung informiert.[27]

Audi A4 Avant g-tron fährt mit CNG, hergestellt aus Windenergie-Strom über P2G-Technologie
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Strom aus Windenergie ist das Ausgangsprodukt für die Power-to-Gas-Technologie -> Elektrolyse -> Methanisierung -> CNG-Tankstelle[29]


Volkswagen Golf Variant 1. 4 TGI BlueMotion

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Volkswagen Golf Variant 1. 4 TGI BlueMotion[30]
Volkswagen Golf Variant 1. 4 TGI BlueMotion (2017)[22]
Kriterium CNG Benzin
Leistung 81 kW 81 kW
Leistung 110 PS 110 PS
Tankinhalt 15 kg ca. 50 l
Reichweite 420 km 900 km

Als TGI konsumiert Deutschlands Liebling bevorzugt Erdgas. Den erfreulich niedrigen Tankrechnungen steht ein höherer Grundpreis gegenüber.[31] Sehr deutlich über 1.000 Kilometern liegt die Reichweite, die der Bordcomputer des Testwagens beim Einsteigen signalisiert. Das schaffen die Benziner nur bei behutsamster Schleichfahrt. Die TGI-Schriftzüge weisen diesen Golf als neuesten Vertreter der Wolfsburger Bivalenz-Truppe aus, die nicht nur Super, sondern eben auch komprimiertes Erdgas (CNG) tankt. 15 Kilogramm fassen die zwei Tanks im unteren Heckbereich, dazu kommen noch einmal die üblichen 50 Liter Super unter der Rücksitzbank. Wer auf Grundlage der Normverbräuche kalkuliert (3,5 kg Gas und 5,3 l Super pro 100 km), landet bei einer Reichweite von fast 1.400 Kilometern. Das schafft kein Diesel.[31]

Keine Spur von Untermotorisierung
Welcher Tank wie weit gefüllt ist und wie weit welcher Kraftstoff aktuell reicht, zeigen gleich zwei Tankuhren sowie der Bordcomputer an, der noch eine weitere TGI-spezifische Anzeige hat: Die informiert über die Qualität des gebunkerten Gases, denn da gibt es durchaus Unterschiede im Methan- und damit Energiegehalt. Wer weniger methanhaltiges (und billigeres) Gas getankt hat, erkennt dies an der Anzeige von deutlich unter 100 Prozent und weiß, dass eine verringerte Reichweite an der Güte des Gases liegt, dessen mindere Qualität die Elektronik ausregelt.[31]

Der VW Golf TGI Blue Motion fährt sich so wie ein Golf 1.2 TSI mit 105 PS. Seine 110 PS lassen sich nicht lange bitten; leise und gleichförmig mit konstantem Schub geht es auch in höhere Drehzahlbereiche. Keine Spur von Untermotorisierung auch auf der Autobahn. Die Spitze liegt knapp unter 200 km/h, und selbst bei diesem Tempo zeigt der TGI wie eben alle Gölfe mit sehr geringen Windgeräuschen und beruhigend sattem Fahrbahnkontakt, wieso er der Deutschen Liebling ist. Fazit: der Gas-Golf überzeugt mit (fast) allen Tugenden, die den VW so groß gemacht haben.[31]

Bewertung

Wirtschaftlichkeit

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Kraftstoffpreise Mai 2012 je 10 kWh (Quelle: Opel)

Die Vorteile von Erdgasfahrzeugen sind einerseits die im Vergleich zu anderen Kraftstoffen niedrigeren Kraftstoffkosten und der ebenfalls geringere Steuersatz für den Kraftstoff, andererseits die Erfüllung strenger Abgasnormen, die bei monovalenten zu einer günstigen Einstufung hinsichtlich der Kraftfahrzeugsteuer führt. Bivalente Fahrzeuge werden gemäß ihrer Abgaswerte im Benzinbetrieb bewertet. Einen Sonderfall stellen quasimonovalente Erdgasfahrzeuge dar: In Deutschland werden diese trotz des möglichen Benzinnotbetriebes entsprechend der geringeren Emission im Erdgasbetrieb besteuert.

Für den Kraftstoff Erdgas senkte die deutsche Bundesregierung durch das „Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform“ aus dem Jahre 2002 den Steuersatz auf Erdgas für alle Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis zum 31. Dezember 2020 auf 13,90 Euro pro MWh. Am 29. Juni 2006 hat die Bundesregierung mit dem Energiesteuergesetz die Begünstigung von Erdgas für alle Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis zum 31. Dezember 2018 beschlossen. Damit wurde die Steuervergünstigung um 2 Jahre reduziert. Umgerechnet auf den Heizwertvergleich ergibt sich bei Erdgas eine 80-prozentige steuerliche Vergünstigung gegenüber dem Kraftstoff Superbenzin und gegenüber Diesel um ca. 70 Prozent. Preislich bedeutet dies zurzeit in Deutschland einen über 60 Cent günstigeren Kraftstoff je Liter gegenüber bleifreiem Benzin.

Die Kraftfahrzeugsteuer in Deutschland, die sich u. a. nach den Emissionsverhalten der Fahrzeuge richtet, wird bei Erdgasfahrzeugen fast immer nach Klasse D4/Euro3- oder Euro4-Abgasnorm bemessen. Je nach Automodell sind einige Fahrzeuge noch steuerbefreit. In der Schweiz soll es 2006/2007 eine Steuerreduktion der Automobilsteuer für Erdgasfahrzeuge geben und eine Steuerbefreiung für Biogas.

Einige Versicherungsgesellschaften (u. a. RheinLand Versicherungen und Wiener Städtische Allgemeine Versicherung) bieten außerdem Sonderrabatte von bis zu 30 % für Erdgasfahrzeuge an. Stadtwerke und Gasversorger subventionieren zudem den Neukauf von serienmäßigen Erdgasfahrzeugen, die in der Regel nicht älter als drei Jahre sein dürfen, mit Tankguthaben von 500 bis 1000 kg. Beispielsweise E.ON Mitte AG in Deutschland mit 1000 kg Kraftstoff, bis Herbst 2007 in der Schweiz im Versorgungsraum Zürich mit 1000 kg vom Gasversorger und in Wien in Österreich wird der Fahrzeugneukauf (und die Umrüstung) bis zum Mai 2011 mit jeweils 1000 Euro unterstützt (zzgl. der Bundesförderungen von ca. 500 Euro). Die Stadtwerke Emden und Stadtwerke Frankfurt (Oder) gaben einen Barzuschuss in Höhe von 1250 EUR für ein Neufahrzeugkauf im Jahr 2009.

Der Preis für ein Kilogramm Erdgas variiert zwischen einzelnen Tankstellen stark. So bietet die billigeste deutsche Tankstelle das Kilogramm für 0,79 € und die teuerste für 1,349 € an. Der Durchschnittspreis liegt bei 1,04 Euro (Stand 16. Juni 2012; Quelle:gas-tankstellen.de). Legt man beispielsweise den Normverbauch eines Passats 1.4 TSI EcoFuel von 4,3 kg/100 km zu Grunde, kommt man auf Verbrauchskosten von 3,40 Euro bis 5,80 Euro pro 100 km.


Umweltaspekte

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Erzielbare CO2-Ersparnis (Quelle:Opel)


Die bei der Verbrennung im Dieselmotor entstehenden krebserzeugenden Rußpartikel und die stark riechenden Aldehyde und Acroleine entstehen bei einem Erdgasfahrzeug nicht. Das Erdgas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, ist der kohlenstoffärmste Brennstoff und verbrennt daher sehr sauber. Zudem ist die Nutzung von veredeltem Biogas, in der Schweiz auch Kompogas genannt, als Treibstoff für Erdgasfahrzeuge möglich.

  • Erdgasfahrzeug (H-Gas) im Vergleich zum Benzinfahrzeug
    • bis zu 25 % weniger Kohlendioxid (CO2) (Biomethan ist zusätzlich entstehungsneutral) (Kohlendioxidemissionen pro Liter siehe Kapitel 4.3).
    • bis zu 75 % weniger Kohlenmonoxid (CO)
    • bis zu 60 % weniger reaktive Kohlenwasserstoffe (HC)
  • Erdgasfahrzeug (L-Gas) im Vergleich zum modernen Dieselfahrzeug
    • bis zu 5 % weniger Kohlendioxid (CO2)
    • bis zu 50 % weniger Kohlenmonoxid (CO)
    • bis zu 80 % weniger reaktive Kohlenwasserstoffe (HC)
    • bis zu 70 % weniger Stickoxide (NOx)
    • bis zu 99 % weniger Rußpartikel bzw. Feinstaubemission

In Deutschland erhalten ab 1. März 2007 Erdgasfahrzeuge, die gemäß der Verordnung zur Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge durch eine Feinstaubplakette gekennzeichnet sind, die Genehmigung, im Falle von erhöhten Feinstaubemissionen in Innenstädten, die sogenannten „Umweltzonen“ oder „Sperrzonen“ zu befahren.

Vergleich der Kraftstoffarten

In Deutschland ist die Zusammensetzung des Kraftstoffs Erdgas im Rahmen der novellierten 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BlmSchV) aus dem Jahr 2005 nach DVGW-Arbeitsblatt G260 festgeschrieben worden. Entsprechende Plaketten zeichnen die Erdgastankstellen aus.

Nach dem Eichgesetz darf Erdgas nicht nach Volumen (Liter) oder Kilowattstunde, sondern nur nach Masse (Kilogramm) verkauft werden. Ein in den Zapfsäulen eingebautes Messinstrument, ein Coriolis-Massendurchflussmesser misst die durchströmende Masse und wird entsprechend vom Eichamt geeicht.

Kraftstoffsorten im Vergleich:

  • Erdgas H-Gas (CNG): Dichte 0,81 kg/m³ gasförmig, Heizwert 13,0 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2480 g/l, 1 kg H-Gas entspricht ca. 1,5 Liter Benzin, ca. 1,3 Liter Diesel oder 1,6 Liter Autogas
  • Erdgas L-Gas (CNG): Dichte 0,82 kg/m³ gasförmig, Heizwert 11,3 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2850 g/l, 1 kg L-Gas entspricht ca. 1,3 Liter Benzin, ca. 1,1 Liter Diesel oder 1,4 Liter Autogas
  • Autogas (LPG): Dichte 540 kg/m³ flüssig, Heizwert 12,8 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 1980 g/l
  • Superbenzin: Dichte 740 kg/m³ flüssig, Heizwert 12,0 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2380 g/l
  • Diesel: Dichte 830 kg/m³ flüssig, Heizwert 11,8 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2660 g/l

Reichweitenvergleich bei einer Kraftstoffbefüllung von 20,00 Euro mit einem Fahrzeug vom Typ Opel Zafira CNG:

  • Erdgasfahrzeug – 342 km (vorausgesetzt es ist ausreichend Fassungsvermögen vorhanden)
  • Autogasfahrzeug – 295 km
  • Dieselfahrzeug – 232 km
  • Superbenzin-Fahrzeug – 165 km

Berechnungsgrundlagen: 1 Liter Superbenzin für 1,35 € (Verbrauch: 9 l/100 km), 1 Liter Autogas (LPG) für 0,60 € (Verbrauch 11,3 l/100 km), 1 Liter Dieselkraftstoff für 1,15 € (Verbrauch: 7,5 l/100 km) und 1 kg Erdgas (CNG) für 0,90 € (Verbrauch: 6,5 kg/100 km).

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Reichweite: Wie weit komme ich mit 20 €? (Quelle:Opel)


Kraftstoffpreise weltweit (Auswahl) in Euro 2006

Land 1 l Super
in Euro
1 l Diesel
in Euro
1 kg CNG-Erdgas
in Euro
Argentinien 1,44 1,12 0,53
Bolivien 0,50 0,38 0,17
Brasilien 0,92 0,61 0,37
Chile 0,54 0,33 0,21
Deutschland 1,34 1,10 0,89
Frankreich 1,21 1,03 k.A.
Iran 0,067 k.A. k.A.
Italien 1,30 1,14 0,79
Kanada 0,38 0,29 0,19
Kolumbien 0,50 0,25 0,21
Mexiko 0,46 0,33 0,19
Niederlande 1,42 1,03 k.A.
Österreich 1,15 1,09 0,83
Pakistan 0,88 0,52 0,40
Portugal 1,28 1,00 k.A.
Spanien 1,06 0,90 k.A.
USA 0,57 0,58 0,43
Venezuela 0,09 0,05 0,002

1 kg Erdgas entspricht ca. 1,5 Liter Super, ca. 1,3 Liter Diesel

Quelle: www.iru.org (Datenstand: März 2007), Umrechnungskurs US-Dollar in Euro am 8. März 2007

Deutschland soll soll Dieselautos wegen hoher Stickoxid-Belastung in 29 großen Städten verbieten

Sind Dieselautos bald nichts mehr wert? Die EU hat Deutschland Ende Juli 2015 zu einem drastischen Schritt aufgefordert. Die Regierung soll Dieselautos wegen hoher Stickoxid-Belastung in 29 großen Städten verbieten.[32]

Welche drastischen Maßnahmen nun möglich sind:

Viele Hersteller können es wohl noch gar nicht recht fassen, aber die EU-Kommission hat nun die deutsche Regierung in einem 23-seitigen Mahnschreiben aufgefordert, in 29 deutschen Großstädten Dieselautos zu verbieten. Hauptursache sind laut Brüssel der in den vergangenen Jahren gestiegene Anteil des Diesel-Autos-Bestandes und damit verbundene hohe Stickoxid-Emissionen im Straßenverkehr. Eine hohe Stickoxid-Konzentration in der Luft erhöhen das Krebsrisiko und belasten das Klima. So haben Forscher der International Council on Clean Transportation (ICCT) herausgefunden, dass Diesel-Autos siebenmal mehr Stickoxid als erlaubt ausstoßen. Anders als Kohlendioxid, das über Jahre das Klima beeinflusst, schädigen Stickoxide, kurz NOx, den Menschen direkt. Es schädigt die Atemwege, führt zu Entzündungen und Bronchitis. Bei länger andauernder hoher Konzentration nimmt die Zahl der Herzinfarkte zu. Auch Lungenödeme können die Folge sein. Allergien werden verstärkt.[32]

De facto Enteignung von Dieselautobesitzern befürchtet

Ein Mahnschreiben der EU gilt als Vorstufe eines Vertragsverletzungsverfahrens. Hintergrund: In Städten wie Berlin oder München werden die Tagesgrenzwerte für Stickstoffdioxid immer wieder überschritten. Christian Pesau, Chef der Autoimporteure in Österreich: "Ohne Einschränkung, wie alt diese Autos sind, käme ein Verbot de facto einer Enteignung gleich.“[32]

Tankstellennetz für Erdgasfahrzeuge

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Betankung eines Fiat Multipla mit Erdgas


An Tankstellen ist komprimiertes Erdgas (CNG) in der Qualität als H-Gas (High Gas) und/oder L-Gas (Low Gas) erhältlich:

  • H-Gas kommt aus Russland, Großbritannien, Norwegen, Niederlande und Dänemark nach Deutschland und hat einen Methan-Anteil von 87 bis 99,1 Vol. Prozent. Der Heizwert liegt zwischen ca. 10,0 und 11,1 kWh/m³ und damit höher als beim L-Gas,
  • L-Gas wird in Norddeutschland mit einem Methangehalt von 79,8 bis 87 Vol. Prozent gefördert und hat einen Heizwert von 8,2 bis 8,9 kWh/m³.

Es gibt zwei Arten von Tankstutzen (4 und 8 mm Nenndurchmesser) sowie eine separate italienische Variante. Füllkupplungen an den Tankstellen helfen, zwischen den Standards zu überbrücken.

Deutschland, Österreich und die Schweiz

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Erdgastankstelle


Am 16. Dezember 2011 gab es in Deutschland 900 Erdgastankstellen (Pressemitteilung Gibgas.de vom selben Tag). Am 1. Januar 2008 waren die Tankstellen überwiegend mit H-Gas und nur 27 Prozent mit L-Gas. In der Schweiz sind es per Mai 2010 123 Tankstellen [33], welche alle H-Gas abgeben. Außerdem gibt es in Deutschland seit Juni 2006 die erste Biogastankstelle in Jameln im Wendland. Aus der Anlage der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft (RWG) wird das Roh-Biogas aus der Vergärung von Mais, Getreide, Kleegras mittels einer neu entwickelten Aufbereitungsanlage auf Erdgasqualität der Gruppe H-Gas (Methangehalt über 95 Prozent) veredelt. In Margarethen am Moos wurde im Dezember 2007 die erste reine Biogastankstelle Österreichs in (Probe-)Betrieb genommen. Der offizielle Start erfolgte dann am 28. August 2008. Seit Ende 2011 ist diese Tankstelle öffentlich (Selbstbedienung mit Bankomat-Karte), d. h. man benötigt keinen Chip mehr, um die Zapfsäule freizuschalten.

Das seit dem 1. Januar 2007 geltende Biokraftstoffquotengesetz verpflichtet die Mineralölwirtschaft, einen wachsenden Mindestanteil ihres Kraftstoffabsatzes in Form von Biokraftstoffen in Umlauf zu bringen (Quotenpflicht). Energieversorger, die Erdgastankstellen betreiben, eröffnet dies durch die Beimischung von regenerativ erzeugtem Bio-Erdgas eine neue Erlösquelle. Die so erzielte Bio-Quote kann an Mineralölunternehmen verkauft werden, die dadurch ihrer Verpflichtung zur Biobeimischung nachkommen.

Im April 2008 wurde die erste Erdgastankstelle auf der Esso-Station des Autohofes Malsfeld an der Autobahn A7 bei Kassel in Betrieb genommen. Im Mai 2008 folgten mit den Autohöfen Lippetal (A2 bei Hamm) und Idstein (A3, Raum Frankfurt/Wiesbaden) zwei Total-Tankstellen.

In Mecklenburg-Vorpommern werden 2011 bis zu 10 Prozent Bio-Erdgas beigemischt. Im November 2010 hatten die Stadtwerke München (SWM) bereits begonnen, an ihren damals sieben Erdgastankstellen im Stadtgebiet 50 Prozent Bio-Erdgas beizumischen; an ihren heute neun Tankstellen beträgt die Bioquote mittlerweile 100%.

Am 1. Oktober 2012 ist von den Stadtwerken Langenfeld im Kreis Mettmann die hundertste Erdgastankstelle in Betrieb genommen worden, an der 100 Prozent Biomethan getankt werden kann.[34]


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Neues Verkehrszeichen 365-54 für Erd-
gastankstellen an Bundesautobahnen


Bundesland Erdgasfahrzeuge CNG-Tankstellen
Baden-Württemberg 8.650 92
Bayern 10.817 107
Berlin 2.911 15
Brandenburg 2.496 43
Bremen 508 3
Hamburg 911 8
Hessen 5.862 38
Mecklenburg-Vorpommern 1.298 24
Niedersachsen 14.016 123
Nordrhein-Westfalen 16.114 157
Rheinland-Pfalz 3.111 36
Saarland 888 15
Sachsen 2.143 28
Sachsen-Anhalt 2.275 38
Schleswig-Holstein 2.208 27
Thüringen 2.516 38
Gesamt 76.783 792

Stand: Januar 2009 (alle Kraftfahrzeuge) und Juli 2008 (Tankstellen)

Entwicklung des Bestands an Kraftfahrzeugen mit Kraftstoffart Erdgas und CNG-Tankstellen in Deutschland

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CNG- und LPG-Tankstellennetz (Quelle: Opel)


Jahr Erdgasfahrzeuge Erdgastankstellen
1995 k.A. 44
1998 k.A. 80
1999 k.A. 100
2000 k.A. 160
2001 k.A. 250
2002 k.A. 340
2003 k.A. 405
2004 19.105 545
2005 27.175 650
2006 38.933 725
2007 54.772 764
2008 64.430 792 (Juli)
2009 76.783 864 (März)
2010 91.500 900 (Dezember)

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Staaten mit Erdgastankstellen für Kraftfahrzeuge


Erdgasfahrzeuge und Erdgastankstellen weltweit

Autofahrer, die eine Erdgastankstelle suchen, können sich an entsprechenden Wegweiserkarten orientieren oder einen deutschlandweiten SMS-Service nutzen, der je nach Standort des Fahrers über die nächstgelegene Tankstelle informiert.

Land Erdgasfahrzeuge Tankstellen
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Ägypten 63.970 75.796 84.746 101.078 119.679 122.271 157.858 91 103 99 118 119 119 119
Algerien 125 125 125 125 125 125 125 3 3 3 3 3 3 3
Argentinien 1.446.183 1.459.236 1.650.000 1.745.677 1.807.186 1.901.116 1.900.000 1.452 1.458 1.400 1.801 1.851 1.878 1.878
Armenien 38.100 47.688 81.394 101.352 101.352 101.352 244.000 60 128 128 214 214 297 297
Australien 2.300 2.100 2.453 2.750 2.750 2.750 2.730 12 2 47 47 47 47
Bangladesch 41.314 54.715 80.000 150.253 177.555 193.521 203.000 122 149 118 337 500 546 546
Belgien 300 300 300 300 30 176 241 9 5 5 5 5 5 5
Bolivien 35.810 58.267 64.828 99.657 121.908 140.400 157.426 62 88 87 123 128 156 156
Brasilien 1.052.295 1.324.905 1.511.945 1.588.331 1.632.101 1.664.847 1.694.278 1.338 1.385 1.442 1.688 1.704 1.725 1.725
Bulgarien 7.305 12.500 25.225 60.255 60.270 60.270 61.623 11 17 9 70 77 81 81
Chile 5.500 8.009 8.064 8.064 4.061 2.247 14 12 15 13 15 15
China 97.200 127.120 270.000 400.000 450.000 450.000 1.000.000 355 415 415 1.000 870 1.350 1.350
Deutschland 33.000 38.933 55.272 64.454 85.000 91.500 96.215 622 720 700 800 860 900 900
Finnland 84 84 150 472 700 700 1.100 3 3 3 9 13 13 13
Frankreich 8.400 8.900 10.150 10.150 12.450 12.450 13.000 125 105 105 125 125 125
Griechenland 40 40 416 418 520 520 702 1 1 1 2 2 2 2
Großbritannien 448 544 221 221 221 220 1 29 19 31 31 31 12 12
Indien 278.000 334.658 439.800 586.000 935.000 1.080.000 1.100.000 259 325 321 463 560 571 571
Indonesien 6.600 1.000 1.000 2.000 2.000 2.000 5.520 17 12 17 9 9 9 9
Iran 63.779 229.607 315.000 846.169 1.665.602 1.954.925 2.859.386 96 326 326 584 1.021 1.574 1.574
Irland 81 81 2 2 2 1 2 10 1 1 1 1
Island 56 56 63 77 77 77 255 1 1 1 1 1 1 1
Italien 382.000 412.550 432.900 580.000 628.624 730.000 779.090 521 588 558 700 730 790 790
Japan 26.569 28.402 31.462 36.345 38.042 39.623 40.823 292 311 311 327 344 342 342
Kanada 20.505 12.140 12.140 12.140 12.000 12.000 14.205 222 101 101 101 80 80 80
Kirgisistan 6.000 6.000 6.000 6.000 6.000 6.000 6 6 6 6 6 6
Kolumbien 72.136 138.000 203.292 280.340 300.000 340.000 348.747 168 202 310 401 460 614 614
Kroatien 100 100 100 152 152 152 152 1 1 1 1 1 1 1
Kuba 45 45 45 45 45 1 1 1 1 1 1
Lettland 310 310 310 500 500 200 18 4 4 4 30 4 1 1
Liechtenstein 26 26 41 101 101 101 101 1 2 1 1 1 1 1
Litauen 7 80 133 133 195 1 2 2 2
Luxemburg 49 51 115 115 203 203 369 4 4 3 4 7 7 7
Malaysia 19.000 22.613 24.988 40.248 42.617 46.701 48.946 39 47 46 90 137 159 159
Malta
Mazedonien 32 32 50 50 50 50 50 1 1 1 1 1 1 1
Mexiko 3.037 3.037 3.037 3.037 3.037 3.037 4.800 6 6 6 3 3 3 3
Moldawien 5.000 5.000 5.000 5.000 5.000 2.200 14 8 8 14 14 14
Montenegro 6 6 6 6
Mosambik 4 4 4 251 519 1 2 2
Myanmar 200 4.343 10.900 14.884 22.821 22.821 26.472 14 20 20 38 38 38 38
Neuseeland 281 281 281 201 201 12 12 12 12 14 14
Niederlande 348 550 603 1.110 1.502 1.502 4.301 10 11 8 21 50 56 56
Nigeria 60 60 60 60 60 60 345 2 2 2 2 3 3 3
Nordkorea 4 4 4 4 1 1 1 1 1
Norwegen 147 147 147 180 180 375 394 4 4 4 9 9 10 10
Österreich 584 873 1.022 4.000 4.983 5.611 5.608 71 89 68 130 208 223 223
Pakistan 700.000 1.000.000 1.550.000 2.000.000 2.300.000 2.740.000 2.850.500 766 965 1.606 2.600 3.068 3.285 3.285
Peru 4.656 5.489 7.823 54.829 81.024 103.712 122.221 3 9 56 94 137 137
Philippinen 14 36 36 36 36 36 36 1 3 1 3 3 3 3
Polen 771 771 1.500 1.700 2.106 2.106 2.100 28 28 28 30 32 32 32
Portugal 242 242 379 379 407 407 586 5 5 5 5 5 5 5
Rumänien 18.000 22.613 24.988 24.988 24.988 39 47 46 46 46
Russland 41.780 60.000 95.000 103.000 100.000 100.000 86.000 213 215 213 226 244 244 244
Schweden 7.897 11.515 13.407 16.900 23.000 32.000 40.029 62 85 91 118 104 155 155
Schweiz 1.700 2.081 3.628 6.820 7.163 9.600 10.300 61 78 56 106 110 126 126
Serbien und Montenegro 95 89 210 (Serbien) 210 (Serbien) 210 (Serbien) 210 (Serbien) 2 2 7 (Serbien) 7 (Serbien) 7 (Serbien) 7 (Serbien)
Singapur 119 238 238 2.444 2.656 5.348 5.577 1 1 1 3 5 5 4
Slowakei 286 286 337 426 426 426 823 7 7 7 7 7 7 7
Slowenien 38
Spanien 912 978 1.392 1.863 1.863 2.539 3.219 30 31 28 42 42 44 44
Südafrika 22 22 22 22 22 1 1 1 1 1
Südkorea 8.762 11.578 13.137 17.123 25.744 32.441 80 107 226 227 159 165
Tadschikistan 10.600 10.600 10.600 10.600 10.600 10.600 53 53 53 53 53 53
Tansania 3 3 3 31 31 1 1
Thailand 8.500 21.799 33.982 127.735 162.023 218.459 300.581 41 76 44 303 391 426 426
Trinidad und Tobago 4.000 3.500 3.500 3.500 3.500 4.500 4.500 13 10 13 10 10 9 9
Tschechien 455 615 660 1.230 1.755 2.700 3.475 16 24 16 33 37 33 33
Tunesien 2 34 34 34 34 2 2 2 2
Türkei 400 520 520 3.056 3.056 3.056 3.339 1 6 5 9 9 12 12
Ukraine 67.000 100.000 100.000 120.000 200.000 200.000 390.000 147 200 147 224 285 285 285
Ungarn 202 110 110 110 110 141 3 13 13 13 13 13
Uruguay 20 20 20 20
USA 146.876 146.876 110.000 110.000 112.000 123.000 1.340 1.340 1.100 1.300 1.000 1.000
Usbekistan 47.000 47.000 47.000 300.000 43 43 133 133
V.A.E 250 305 305 305 305 1.751 2 4 9 2 2 2
Venezuela 44.146 44.146 4.200 15.000 43.000 105.890 148 149 124 150 144 144
Vietnam 282 3
Weißrussland 5.500 5.500 5.500 5.500 5.500 4.600 24 24 24 24 24 24
Europäische Union (Gebietsstand 2010) 460.983 512.827 569.898 769.673 825.075 943.877 1.013.194 2.509 2.508
Total 4.595.709 5.769.682 7.394.505 9.394.544 11.355.785 12.674.402 15.192.844 10.695 14.654 16.513 18.202 18.154

Angabe der Erdgastankstellen beinhalten CNG und LNG-Stationen, die öffentlich, kommunal oder privat betrieben werden. Hausanschlüsse sind nicht miteingerechnet.

Quellen: NGV Group, NGVA, ENGVA, ANGVA, IANGV (* Stand: Dezember 2008, Angaben ohne Gewähr); Daten für 2010 http://www.iangv.org/tools-resources/statistics.html; Daten für 2011 http://www.iangv.org/current-ngv-stats/

Positionen von Autofahrerclubs & Regulierungsbehörde zu Erdgasfahrzeugen

ÖAMTC: Erdgas ist marktfähig, sofort einsetzbar & hat Umwelt- und Preisvorteile

Laut Veröffentlichung des ÖAMTC am 25. Juli 2013[35] ist Erdgas (Compressed Natural Gas - CNG) als Kraftstoff eine marktfähige und sofort einsetzbare Technologie mit Umwelt- und Preisvorteilen. Dennoch hat sich diese Alternative am Markt noch nicht durchgesetzt. Der ÖAMTC und der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) sowie Fiat, Opel und VW präsentierten am 25. Juli 2013 ein Forderungspaket an die nächste österreichische Bundesregierung. Unterstützt wurden sie dabei von der für die Strom- und Gaswirtschaft zuständige österreichische Regulierungsbehörde Energie-Control Austria (E-Control).

Forderungen von ÖAMTC, FGW, Fiat, Opel, VW und E-Control

  • Keine Kraftstoff-Steuer auf Erdgas bis 2025 ("Keine MÖSt auf Erdgas").
  • Eine Österreich-weite Anschaffungs-Förderung (z.B. NoVA-Befreiung) bis 2025, um Gleichpreisigkeit zu konventionellen Antrieben herzustellen.

Darüber hinaus befürworten die Partner eine Erdgasabgaben-Befreiung für in das Erdgasnetz eingespeistes und an anderer Stelle entnommenes Biomethan (in Anlehnung an die steuerliche Behandlung von Biodiesel und Bioethanol) sowie weitere Anreize zum Umstieg auf Erdgas-Pkw und andere alternativ angetriebene Pkw (z.B. Begünstigungen bei der KfZ-Steuer).

Standpunkte der politischen Parteien zu Erdgas-Kraftfahrzeugen

  • ÖAMTC-Mitgliedszeitschrift "auto touring" Sept. 2013 Seite 20:
"Nur die Spitzenkandidaten von ÖVP, FPÖ und BZÖ sind bereit, eine Garantie abzugeben, dass auf Erdgas (CNG) als alternativen Kraftstoff weiterhin keine Mineralölsteuer erhoben wird, um so die Anschaffung von Erdgas-betriebenen Fahrzeugen zu fördern."

Pro und Contra aus Sicht des ÖAMTC

Eines der wesentlichsten Argumente pro Erdgas liegt für den ÖAMTC in der hohen Wirtschaftlichkeit: Derzeit können um denselben Geldbetrag mit einem Erdgas-Pkw Strecken zurückgelegt werden, die um rund 50 Prozent (Diesel) bzw. 100 Prozent (Benzin) länger sind. Dennoch haben laut ÖAMTC-Umfrage viele Konsumenten Vorbehalte gegenüber Erdgas-Autos. Sie fürchten ein erhöhtes Explosionsrisiko bei Unfällen und Einschränkungen bei der Einfahrt in Garagen.

„Beides ist ungerechtfertigt. Ein Crashtest des ÖAMTC bestätigte die technische Sicherheit von Erdgas-Pkw. Einfahrtsverbote in Garagen beruhen auf der in einigen Bundesländern fehlenden Unterscheidung zwischen Flüssiggas und CNG. Hier haben einige Landes-Gesetzgeber Nachholbedarf“

betonte Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung,[35] eines von vielen Problemen mit den Landesgesetzen, das übrigens nicht mehr bestehen würde, wenn alle Landesgesetze durch Bundesgesetze ersetzt würden, wie dies im Artikel Landesgesetze dieses politischen Lexikons gefordert wird.

ADAC Crashtest: kein höheres Risiko bei Frontal- und Seitencrash

Der ADAC untersuchte, was bei einem Frontal- und Seitencrash in einem Erdgasfahrzeug passiert. Eindeutiges Resultat: Entwarnung, das Brandrisiko bei Erdgasfahrzeugen ist nicht erhöht. Auch bei Unfällen verhält sich das Gasmodell kaum anders als die Standard-Version. Wer sich für den umweltfreundlichen Kraftstoff entscheidet, muss diesbezüglich also keine Bedenken haben![36]

Der ARBÖ schägt steuerliche Anreize für Erdgasautos vor

"Es braucht einen Turbo, damit diese umweltfreundliche Antriebsart vorangetrieben wird", fordert ARBÖ-Generalsekretärin Mag. Lydia Ninz. Für einen bestimmten Zeitraum soll Erdgas von der Mineralölsteuer (MÖSt) befreit sein, auch die Normverbrauchsabgabe (NoVA) soll künftig für Erdgasautos nicht mehr bezahlt werden müssen. Die Vorteile von Erdgasautos wurden auch dem Vorstand der Energie-Control Austria vorgestellt. Vorstand Mag. (FH) Martin Graf, MBA zeigte sich in [37] überzeugt von den Potentialen:

„Nur knapp 2.000 von 4,6 Millionen in Österreich zugelassenen Pkw sind derzeit rein mit Erdgasantrieb unterwegs. Dazu kommen an die 1.300 Autos, die mit Benzin-/Erdgaskombination fahren. Bis dato fehlen klare Anreize, die Autofahrerinnen und Autofahrer zu einem möglichst kostenschonenden Umstieg bewegen, bietet Erdgas doch für Mensch und Umwelt massive Vorteile.“

Fällt künftig die NoVA beim Fahrzeugkauf weg, so können Konsumenten bei Fahrzeugmodellen im Golf-Segment an die 2.000 Euro sparen! Die Vorteile von Erdgas liegen klar auf der Hand: Die Vorkommen sind mindestens über die nächsten 70 Jahre gesichert. "Da es einen sehr hohen Wasserstoffgehalt und einen sehr niedrigen Kohlenstoffgehalt aufweist entsteht bei der Verbrennung in erster Linie Wasserdampf - der CO2-Ausstoß reduziert sich im Vergleich zu konventionellen Antrieben um bis zu 30 Prozent. Des Weiteren fährt man mit Erdgas nahezu feinstaubfrei", so Ninz. Auch was das Tankstellennetz in Österreich betrifft braucht man sich nicht sorgen, denn schließlich ist es mit 175 CNG-Tankstellen bereits sehr gut ausgebaut, berichtet der ARBÖ. Fahrzeuge mit Erdgasantrieb serienmäßig kaufen zu können ist ebenfalls gewährleistet: "Immer mehr Autohersteller bieten bereits Erdgas-Varianten ihrer Fahrzeugmodelle an. Auch eine nachträgliche Adaption lohnt sich allemal, schließlich kostet eine durchschnittliche Erdgas-Tankfüllung mit 20 Euro nur rund ein Drittel im Gegensatz zu vollen Benzin- und Diesel-Tanks", so die ARBÖ-Generalsekretärin. Der Chef der E-Control, Martin Graf ergänzt, dass "ja bereits seit vielen Jahren Anreize zur Errichtung von Erdgastankstellen gesetzt werden und erfolgreich wirken." Mittlerweile werden sogar von KFZ-Versicherungen zahlreiche Prämienvorteile und Zusatzleistungen geboten, wenn mit Erdgas gefahren wird. Darüber fördern die einzelnen Landesregierungen auf unterschiedlichste Art und Weise den Kauf von Erdgasautos: Von Tankgutscheinen bis zu Rückzahlungen nach Kauf oder Umrüstung werden gewährt. Daher reicht es dem ARBÖ nicht, dass allein 600 Euro (inklusive Erhöhungsbeitrag von 20 Prozent) CO2-Bonus durch den Staat gewährt werden.

„Ein Erdgasauto-Kauf ohne NoVA-Zahlung sowie das Aussetzen der MÖSt auf Erdgas wäre daher fair und animiert zur Anschaffung dieser umweltbewussten Technik", so Ninz abschließend.“

Elektroautos als Alternative zum Erdgas-PKW

April 2017: Deutsche wollen keine Elektroautos (Anteil nur 0,07%)

Zu geringe Reichweite und fehlende Auflademöglichkeiten: Der Durchbruch der E-Autos lässt auf (im April 2017) sich warten. Deutsche Autobauer stecken zwar Milliarden in die Technologie, aktuell aber profilieren sich andere. Elektroautos sind bei Bundesbürgern und Unternehmen in Deutschland weiterhin wenig gefragt, die staatliche Kaufprämie für E-Autos bleibt ein Ladenhüter. Aus dem mit 1,2 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf sind bislang erst 55 Millionen Euro abgerufen worden, wie die Branchenzeitung „Automobilwoche“ berichtet. Bis Ende März waren demnach beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn lediglich 15.348 Anträge eingegangen, davon 8.655 für reine Batterie-Fahrzeuge. Die Kaufprämie kann seit Juli 2016 beantragt werden. Die Förderung gilt für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai gekauft wurden. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4.000 Euro, für Hybridautos, die einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3.000 Euro. Davon übernimmt der Bund die Hälfte, die andere Hälfte muss der Hersteller dem Käufer als Nachlass gewähren. Mit der Prämie soll die Nachfrage nach E-Autos angekurbelt werden. Bis zu 300.000 Fahrzeugkäufe könnten theoretisch subventioniert werden. [38]

Im März 2017 waren in Deutschland nur 0,07% reine Elektroautos, davon hat Tesla über 25% & Renault 24,2% Marktanteil
Zum Vergleich: In Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt derzeit rund 45,8 Millionen Autos zugelassen. Anfang 2017 waren darunter 165 405 Hybridautos, was einem Anteil von 0,36 Prozent entspricht. Der Anteil von reinen Elektroautos liegt nur bei 0,07 Prozent (34 000 Fahrzeuge). Das Marktanteil-Niveau der Elektro-PKW ist im April 2017 also niedrig, aber es gibt seit Monaten hohe prozentuale Steigerungsraten. Nach Zahlen des Car-Instituts an der Universität Duisburg-Essen brachte der März sogar einen neuen Höchstwert mit 2.642 neu zugelassenen reinen Elektroautos. „Eine gute Nachricht“, findet Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Allerdings: „Es sind nicht die mächtigen deutschen Konzerne, sondern Unternehmen wie Tesla und die gute alte Post, die Bewegung in die Zukunftstechnologie bringen.“ Denn der US-Anbieter Tesla Motors kommt demnach auf über 25 Prozent Marktanteil, die Post mit ihrem selbstgebauten Elektrolieferwagen Streetscooter immerhin schon auf über sieben Prozent. Dazwischen rangieren laut Car-Institut Renault (24,2 Prozent), BMW (15,4) und Nissan (7,5). Für Dudenhöffer ein Beleg dafür, wie weit die deutschen Autobauer beim Zukunftsthema Elektromobilität noch hinterherfahren.[38]

Opel Ampera-e als 1. EU-E-Auto mit 520km Normreichweite ist keine Alternative zum Erdgas-Opel-Zafira

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Opel Ampera-e ab Sommer 2017 in Deutschland: nur für jene, welche bereit sind, für einen Elektro-PKW mit weniger Reichweite
und weniger Laderaum mehr zu bezahlen als für einen Opel Zafira mit Erdgasantrieb[38]

Opel Ampera-e: erstes deutsches E-Auto mit 520km Reichweite (Norwegen ab Feb. 2017, Deutschland ab Sommer 2017)
Mit der Erfahrung von 1,3 Milliarden elektrischen Kilometern aus den Vorgänger-Schwestermodellen Volt und Ampera schicken die Hessen jetzt den Ampera-e (parallel zum amerikanischen Pendant Chevrolet Bolt) an den Start und wollen damit nicht weniger, als der Elektromobilität endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn das Auto im Februar 2017 zuerst im besonders elektrofreundlichen Norwegen und im Sommer dann auch bei uns endlich auf die Straße kommt, setzten die Hessen vor allem auf ein Gefühl, das bislang allenfalls die Besserverdiener in ihren Teslas kannten: Sorglosigkeit. 520 Kilometer Normreichweite und Alltagswerte jenseits von 300 Kilometern sind eine Größenordnung, bei der man den Blick schon mal von der Ladestandsanzeige abwenden kann und nicht im Geiste schon die nächste Steckdose suchen muss. Der grüne Batteriebalken im digitalen Cockpit bewegt sich langsamer als die Tanknadel bei einem Kleinwagen, nach zwei Stunden durch die Stadt und über Land sind noch keine 25 Prozent der Akkuleistung verbraucht und so langsam öffnen sich die Sinne für ein paar andere Eindrücke. Für den Reiz des Rekuperierens zum Beispiel, weil man den Opel so auch mit einem kleinen Hebel am Lenkrad bremsen und nie mehr das Pedal treten muss. Die 204 PS und 360 Nm der E-Maschine ermöglichen trotz 1,6 Tonnen Leergewicht gute Beschleunigungswerte: In 3,2 Sekunden gehts von 0 auf 50 und in weiteren 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Der Viertürer vermittelt auch Freude am Tatschen und Wischen, weil der große Touchscreen in der Mittelkonsole eine wunderbare Spielwiese ist, auf der man allerlei Infos zum Fahrzeugzustand, zu den Nebenverbrauchern oder zum Energiefluss abrufen oder einfach nur durch das vielleicht üppigste Infotainmentsystem bei Opel surfen kann. Opel erkauft sich den riesigen Radius für den Ampera-E mit einem gewaltigen Akku, der irgendwann auch wieder geladen werden muss. Und das kann dauern. Eine halbe Stunde Aufenthalt an einer 50 kW-Steckdose sollen immerhin 150 Kilometer bringen. Doch daheim in der Garage gibt’s in dieser Zeit nur sechs bis zwölf Kilometer. Dann lädt der Ampera-E und lädt und lädt und lädt – und es kann schon mal einen Tag dauern, bis der Akku wieder voll ist.[38]

Die langen Ladezeiten sind nicht der einzige Haken im Vergleich mit Erdgas-Kfz
Das imposante Batteriepaket muss erst einmal bezahlt werden und zwingt Opel zu ein paar Klimmzügen bei den Kosten. Obwohl Innovations- und Imageträger, wirkt der Ampera-E deshalb innen mit hartem Plastik und dürftigem Leder alles andere als schick oder wertig und die Ausstattung könnte ebenfalls besser sein. So gibt es zwar viele Assistenzsysteme, aber statt moderner LED-Scheinwerfer funzelt der Vorreiter noch aus Xenon-Brennern und den virtuellen Rückspiegel des Schwestermodells Chevrolet Bolt hat sich Opel ebenfalls gespart. Trotzdem räumen die Hessen kleinlaut ein, dass die umgerechnet 33.000 Euro, für die der Ampera-E nach Abzug aller Subventionen in Norwegen zu haben ist, bei uns wohl nicht zu halten sind. Geschweige denn die 30.000 Dollar, die Chevrolet für den Bolt verlangt. Stattdessen dürften sie froh sein, wenn sie den Preis irgendwie unter 40.000 Euro halten können. Rund um den aus 288 ZeIlen in 96 Gruppen geformten Flachbau-Akku konstruiert, sieht der Ampera-E aus wie eine Mischung aus Mercedes B-Klasse und BMW 3. Und das gilt nicht nur für das Design mit dem schnittigen Bug, dem hohen Dach und dem eigenwilligen Schmiss in der D-Säule. Sondern auch sein Konzept ist so etwas wie der größte gemeinsame Nenner dieser beiden Extreme. Auf der einen Seite will der Ampera-e einfach nur ein geräumiger, bequemer und alltagstauglicher Kompakter sein wie eben der kleine Mercedes. Nicht umsonst haben die Ingenieure den flachen Wagenboden für betont tiefe Türausschnitte genutzt, so dass man bequemer einsteigen kann. Die Ingenieure haben für die Beinfreiheit im Fond vorn extra dünne und trotzdem bequeme Sitze eingebaut und der Kofferraum ist deutlich größer als bei Konkurrenten wie dem Honda Jazz oder dem BMW i3. Deshalb sitzt man in der zweiten Reihe besser als etwa im Astra und hat mit 381 bis 1.274 Litern Ladevolumen mehr Transportkapazität als im Mokka, jedoch deutlich weniger als die 710 bis 1860 l des Opel Zafira mit Erdgas-Antrieb, dessen Kaufpreis um 30% günstiger ist, als jener des Opel Ampera-e. Der Ampera-e ist - abgesehen von der Karbonkarosse - so konsequent auf den Elektroantrieb ausgelegt wie der BMW i3. Nur dass er technologisch ein paar Jahre weiter ist, mehr Akkupower hat und deshalb weiter fahren kann. Nicht so langweilig wie ein elektrischer Golf, nicht so teuer wie ein Tesla, weniger verschreckend als ein BMW i3 und obendrein tatsächlich ein Langstreckenläufer – wenn jetzt noch der Preis stimmen würde, was im Hinblick auf das deutlich besser Preis-Leistungs-Verhältnis des Opel Zafira mit Erdgasantrieb nicht der Fall ist, dann könnte Opel bei Kunden, welche unbedingt ein Elektroauto haben wollen, tatsächlich der elektrische Durchbruch gelingen und der Ampera wird im zweiten Anlauf doch noch zum Erfolgsmodell. Das E dafür trägt er ja jetzt schon mal im Namen.[38]

  • Warum kaufen? Weil die Angst vor dem Liegenbleiben bei ausschließlicher Nutzung im Stadtverkehr jetzt tatsächlich ein Ende hat.
  • Warum nicht? Weil man wirklich lange Strecken wegen der langen Ladezeiten nur jeden zweiten Tag fahren kann. Der Erdgas-Zafira mit mehr Reichweite und mehr Kofferraum kostet 25% weniger.
  • Was sonst? Wenn Geld keine Rolle spielt einen Tesla und wenn es auch ein paar weniger Kilometer sein dürfen einen Renault Zoë
  • Welches Kfz mit alternativem Antrieb hat das beste Preis-Leistungsverhältnis?
    Der Opel-Zafira mit Tankinhalt CNG/Benzin, 25 kg/14 l, Reichweite CNG/Benzin 530/150km, 710 bis 1860 l Ladevolumen
  • Wann kommt der Opel Ampera-e? In Deutschland im Sommer 2017, in Österreich Ende 2017.[38]

Technische Daten des Opel Ampera-E
Fünsitziger Kleinwagen, Länge: 4,17 Meter, Breite: 1,76, Höhe: 1,61 Meter, Radstand: 2,60 Meter, Kofferraumvolumen: 381 - 1.274 Liter. Antriebe: Elektromotor, 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment: 360 Nm, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 7,3 Sek., Vmax: 150 km/h, CO2-Ausstoß: 0 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab ca. 40.000 Euro.[38]

In Deutschland bietet Audi erst ab 2018 E-Autos mit 500km Reichweite an, Tesla schon 2017
Nach Meinung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer wurde zu lange am Diesel festgehalten. Audi werde wohl der erste deutsche Autobauer sein, der im Jahr 2018 mit einem E-Auto mit 500 Kilometer Reichweite - also ebenbürtig zu Tesla - startet. BMW und VW werden für 2019 erwartet und bei Daimler werde es mit 500 Kilometer elektrischer Reichweite wohl bis zum Jahre 2020 dauern. „Die deutschen Autobauer müssen sich sputen“, meint Dudenhöffer. Es gibt aber auch andere Stimmen. Für Carl Martin Welcker, Präsident des Maschinenbauverbands VDMA, ist längst nicht entschieden, welche Technologie am besten für die künftige Mobilität geeignet ist. Alternative Antriebsarten wie Brennstoffzelle oder synthetische Kraftstoffe dürften nicht aus dem Auge verloren werden, forderte Welcker im Interview mit „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). „Was wir derzeit sehen ist, dass sich die Politik festgelegt hat - und dass in Deutschland nur noch in diese eine Richtung gefördert wird. Damit unterbleibt der Innovationswettbewerb, den sich der Maschinenbau und die Autoindustrie wünschen.“[38]

Weitere Informationen

Literatur

  • Hella Engerer, Manfred Horn: "Natural gas vehicles: An option for Europe", Energy Policy, Volume 38, Issue 2, February 2010, Pages 1017-1029
  • Gian Carle: "Erdgasfahrzeuge und ihr Beitrag zu einer CO2-Reduktion im Personenverkehr", Vdm Verlag Dr. Müller, Juli 2008, ISBN 3639040538
  • Ralf Wiesenberg: "Erdgas als Treibstoff für den Straßenverkehr als Chance für Energieversorgungsunternehmen. Eine Szenario-Analyse für die swb AG", 2000, ISBN 383000205X
  • Hans-Liudger Dienel, Dieter Flämig und Rolf Hanitsch Dienel: "Erdgas- und Elektrofahrzeuge in Berlin (Sondereinband)", 1999, ISBN 389404831X

Weiterführende Themen & Feedback

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Opel-Blog.com Entwickler-Tagebuch Erdgas und Autogas: Sparen beim Tanken, Dietmar Thate, 31. Mai 2012
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 2,9 Wikipedia: Erdgasfahrzeug, abgerufen am 14.4.2017
  3. Alternative Antriebe in Omnibussen der Daimler AG – Teil II,OmnibusArchiv.de, 30.12.2008, abgerufen am 11.3.2017
  4. ZfK Zeitung für Kommunale Wirtschaft, Ausgabe 2003, im Pressespiegel der Stadtverkehrsgesellschaft mbh Frankfurt (Oder); http://www.svf-ffo.de am 31. Mai 2005
  5. Biogastankstelle, Österreich, Margarethen/Moos: Nähere Infos unter methapur.at
  6. Statistik Austria 2009
  7. Tanken in Österreich, Fachverband Gas Wärme (FGW), A-1010 Wien, abgerufen am 30. April 2017
  8. Tanken in Österreich: 17 Tankstellen in Wien, Fachverband Gas Wärme (FGW), A-1010 Wien, abgerufen am 30. April 2017
  9. Kfz-Zulassungen 2012. (PDF; 710 kB; 23 Seiten) Statistik Austria, Pressekonferenz, 9. Jänner 2013
  10. CO2-Monitoring 2016 der Neuzulassungen von PKW, Im Berichtsjahr 2015 lag der Flottendurchschnitt der CO2-Emissionen von neuen Pkw bei 123,7 g CO2/km und hat damit gegenüber dem Vorjahr abgenommen;
    Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien, abgerufen am 30. April 2017
  11. Normverbrauchsabgabe (NoVA): Förderung alternativer Antriebsmotoren, Bundesministerium für Finanzen (BMF), Wien, abgerufen am 20. April 2017
  12. Erdgasfahrzeug-Förderungen in Oberösterreich, Tanken in Österreich, Fachverband Gas Wärme (FGW), A-1010 Wien, abgerufen am 30. April 2017
  13. Wiener Förderung erdgasbetriebener Fahrzeuge (CNG - Fahrzeuge) - Förderungsantrag. Stadt Wien, abgerufen am 18. August 2016 (deutsch).
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 14,5 Städtische Verkehrsgesellschaft EMT Madrid orderte im Mai 2016 82 Mercedes-Benz Citaro Erdgas-Busse, Mercedes-Benz, abgerufen am 11.3.2017
  15. http://www.iangv.org/tools-resources/statistics.html
  16. spiegel.de 10. Dezember 2012: Autogramm VW Eco Up: Mit gutem Gewissen Gas geben
  17. gas24.de
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  19. http://www.iangv.org/tools-resources/statistics.html
  20. OECD-Bericht 2013 warnt vor Zersiedelung: Steuern auf Diesel erhöhen, Privilegien für Firmenwagen abschaffen und Pendlerpauschale reduzieren, Österreich Journal, 2. Juli 2013,
  21. OECD-Bericht 2013 übt Kritik an Zersiedelung: plädiert auch bei Pkw für kilometerabhängige Maut statt Vignette. Das Pendlerpauschale sollte abgeschafft werden, Kurier, 2. Juli 2013
  22. 22,0 22,1 22,2 22,3 GibGas.de Personenfahrzeuge mit Erdgas-Antrieb, abgerufen am 11.3.2017
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  24. Opel Zafira Tourer 1.6 CNG Turbo ecoFLEX – So weit kommt sonst keiner, Motorkultur.com, 14.12.2011
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  29. 29,0 29,1 Audi Technology Portal: Audi A4 Avant g-tron, CNG mit Power-to-Gas aus Windenergie-Strom, abgerufen am 11.3.2017
  30. VW Golf Katalog, https://cdn.volkswagen.at, PDF-Datei mit 15 Seiten, 1.75 MB, abgerufen am 11.3.2017
  31. 31,0 31,1 31,2 31,3 VW Golf TGI Blue Motion im Fahrbericht: Nun gibt auch der Golf Gas, Auto-Motor-und-Sport.de, abgerufen am 11.3.2017
  32. 32,0 32,1 32,2 Sind Dieselautos bald nichts mehr wert?, FORMAT.at, veröffentlicht am 23. 7. 2015 von Anneliese Proissl
  33. http://www.ngv.ch/pages/tankstellenpreise.php
  34. Gastipp.de 8. Oktober 2012: Über 100 Tankstellen mit 100 Prozent Biomethan
  35. 35,0 35,1 ÖAMTC: Alternative Erdgas: In veralteten Landesgesetzen fehlt in einigen Bundesländern die Unterscheidung zwischen Flüssiggas und CNG, 25.7.2013
  36. ADAC Crashtest: Kein höheres Risiko bei einem Frontal- und Seitencrash in einem Erdgasfahrzeug, abgerufen am 31. Juli 2013
  37. Der ARBÖ schägt steuerliche Anreize für Erdgasautos vor, 23. Juli 2013,
    Bisherige Anreize zum Umstieg zu wenig - Massive Vorteile für Mensch und Umwelt
  38. 38,0 38,1 38,2 38,3 38,4 38,5 38,6 38,7 Kaufprämie: Deutsche wollen keine Elektroautos, Handelsblatt, 15.04.2017